BOUNDCON 2012

die Boundcon 2012 steht unmittelbar vor der Haustür. Schon lange war ich nicht mehr so nervös wie dieses Jahr, denn aus beruflicher Sicht war sehr viel Veränderung geschehen und so blieb nebst den Seilschaften und Workshops von S56 kaum wirklich Zeit, alles vorzubereiten.

Dennoch freue ich mich umso mehr, dieses Jahr trotz etwas weniger Präsenz an der Boundcon selbst, so doch mit Freunden und anderen Riggern und Models gemeinsam die Wege des Seils zu gehen.

so auch am Freitag um 22 Uhr , der RiggerJAM an der kleinen Bühne

Wer uns an der Boundcon besuchen möchte und einfach “Hallo” sagen mag, der schaue bei uns am SWSSBOUNDPOWER-stand vorbei.

wir gestalten eine kleine Ecke in der wir Seile und andere nette Spielsachen für Erwachsene verkaufen, einen TriPod aufgebaut haben und gleichzeitig eine Fesselecke in der man sich nach getanem Werk dieses auch gleich perfekt ablichten lassen kann.

Seid also herzlich willkommen auf einen kurzen Schwatz, ein reges Seil oder einfach für ein paar schicke Fotos unter oder an meinem TRIPOD

weitere Infos zur Boundcon findest Du hier >> LINK

und den SHOWPLAN für jene die gerne an den Bühnenperformances vorbeischauen möchten

 

und wer sehen möchte was es sonst noch so an der Boundcon zu ergattern gibt.. hier ein kleines Video eines Besuchers des letzten Jahres

 

 

 

Mino

 

DRAGONROPE©


Evolution

Der gestrige spontane Besuch und die Unterstützung für Ibinuphis während der “  Seilschaften meets TNG ” erwies sich als voller Erfolg für die Seilschaften sowie TNG. Warum ?

zunächst weil die Besucher der Seilschaften , welche stets Menschen mit ausgewogener Seilliebe beherbergen, die Gelegenheit erhielten, junge im Sinne der Scene junge Menschen kennen zu lernen und mit ihnen einerseits die Erfahrung tauschen aber auch deren Neugierde und Spieltrieb im Seil, die Kreativität und zum Teil ganz anderen Herangehensweisen an eine Bondage kennen zu lernen.

da der Versuch die beiden Stammtische in einer Veranstaltung zusammen dem Thema näher zu bringen auch viele Freunde aus der welschen Schweiz anreisen liess, wurde diese Seilschaft in Oensingen mehrsprachig durchgeführt. In gekonnt strukturierter Ruhe und den Überblick wahrendm brachte den englischsprachigen Welschschweizern Ibinuphis mit feinsprachlicher Unterstützung von Seilschaften Mitglied ROPINA, gut 25 Besuchern die Basics als auch das Grundwissen sicheren Fesselns ( Seilschaften 5. Punkte-Regeln) näher. Da mir meine Englischkenntnisse eher dazu gereichen, sich mit Hand und Fuss gerade so ein Subway-Sandwich zu bestellen , führte ich die deutschsprachigen Beginner in die ersten Geheimnisse erotischen  Fesselns ein.

nach der ersten Stunde waren bereits viele Besucher  in die Seile vernarrt. So folgten sie allesamt dem spürbaren Flow im Raum und es ergaben sich viele schöne Kurzgespräche, hübsche Fesseleien und so manche kleine Evolution bei Besuchern die schon das eine oder andere Mal anwesend waren

So durfte ich einem Rigger zusehen, der in einer Weise Fortschritte gemacht hatte, die ich bis dato noch nicht gesehen habe. Nicht weil seine Technik um Welten verändert worden wäre, nicht weil seine Seile so vollkommen anders waren. Viel mehr weil es mich dünkte, das die Art und Weise WIE er seine Seile führte, so viel mehr an Kraft in sich barg, als ich die letzten Male beobachten durfte.

Und noch lange werde ich hoffentlich diese Momente so geniessen, in denen sich solche schrittweisen Evolutionen leise und sanft inmitten lauten Stimmengewirrs offenbaren. Denn wenn anderen menschen, die glauben zwei Linke Hände oder völlige Fesselspastiken zu haben, plötzlich mit der geeigneten Hilfe und Unterstützung erkennen, dass auch Sie beinahe mühelos schöne und überraschend schnelle wie intensive Bondages *herstellen*  können, ist ihr Gesichtsausdruck und die darin erkennbare Freude bei dieser Erkenntnis jede Minute wert, die wir an den Seilschaften oder den Workshops bei S56 investieren.

Erstaunlich aber auch, dass gerade neue Begeisterte trotz ihrer vielen Fragen nicht vor komplexen Fesselungsanleitungen und den damit verbundenen Sicherheistbedenken zurückschrecken. Sie gehen manchmal ungestüm voran, müssen dann und wann in ihrer Leidenschaft fürs Fesseln gebremst werden , da die Sicherheitsaspekte nicht ausser Acht gelassen werden können. Dennoch empfinde ich eine grosse innere Freude, wenn ich sehe, das ein Abend wie der gestrige Alt und Jung zusammenbringen kann, den hier gänzlich zugeschütteten *Röstigraben* zwischen Deutschschweiz und der Romandie verschwinden lässt und wunderbare Kreativität als auch sinnliche Seilspielereien zwischen Frauen beherbergen vermag.

Was mag dies für die Zukunft bedeuten ?

Ich für meinen Teil empfinde die fruchtbaren Austauschaktionen dieser Art als eine Möglichkeit die immer wachsende , hungrige und wie Wurzelwerk sich immer weiter verästelnde Bondagescene in Europa aber auch den anderen Kontinenten, mit neuer Kreativität einerseits zu befruchten, andererseits aber auch jenen die Möglichket zu geben, Traditionen zu pflegen und zu bewahren. Nicht umsonst ist eines der letzten Urgesteine der japanischen Fesselscene mit seinen Techniken mehr bei der Aktion rund ums Emotionale, der sinnlichen Verführung der Frau, der Weiblichkeit an sich treu geblieben.

Und gerade diese Aspekte faszinieren mich immer mehr.. getreu (m)einem Motto:

soviel Seil wie nötig, sowenig Technik wie möglich

um ein Resultat ( so denn man es SO nennen möchte ) in der gewünschten Form zu erhalten..

aber davon in einem anderen Beitrag

Vielen Dank für gestern  an alle die da waren, vielen Dank Ibinuphis für deine Anregung und Umsetzung der Basics in englisch, als auch Ropina für die teilweise Unterstützung in englischer Sprache

Mino

Dragonrope©


Von der Erfahrung

.. eines alten Meisters seiner Art soll hier ein wenig geschrieben sein.
Bei meiner beruflichen Arbeit komme ich in meinem Arbeitsgebiet teilweise an einem Tag bis 250 Kilometer umher.
Oft vergisst man dabei, die kleinen und schönen, aber gänzlich ins beinahe nenebensächliche abrutschende Momente voller Innigkeit und Freundlichkeit. So geschah folgendes vor kurzem, im alten fast noch unfertig wirkenden, schlicht eingerichteten Schuhmacherlokal im Westbereich meiner heutigen Arbeitsstätte. Ich wollte lediglich ein paar Schuhe reparieren lassen die ich damals für teures Geld erstanden hatte. Die Art des ehrwürdigen alten italienischen Schuhmachers beim fachkundigen Begutachten der defekten Schuhe und deren gebrochener Sohle, erinnerte mich an viele alte KungFu-filme aus den 70ern und 80er Jahren. Die dort ansässigen Meister betrachten ihre Schützlinge und Trainierenden ebenso mit einem strengen, fordernden Blick und wachsamen Auge als auch Wohlwollen.

Dabei ist dem Meister stets das Gelingen, die Erkenntnis des Schülers und sein Fortschritt durch das Training ein grosses Bedürfnis.
Jeder ist Schüler und Lehrer zugleich. Selbst der noch am Anfang stehende Schüler vermag seinem Meister/ Sensei die ihm ganz eigene Art des Lernens und dadurch die völlig anderen Blickwinkel für eine Fesselung oder Ausführung derselben , unterrichten.

So mag anfängliches Zwei-Linke-Hände haben-Syndrom beim Fesseln nicht zwingend die ungeschickte Art des Fesselnden oder mangelndes Feingefühl und Motorik als Ursache stagnierenden Fortschritts gelten.
Oft genug mögen eher eine differenzierte Sichtweise, eine genaue Vorstellung und auch die hohen selbst gesetzten Ansprüche des Aktiven dazu führen, das gewünschtes Resultat nicht umgehend erreicht wird.

Der alte Mann liess sich Zeit, fachsimpelte mit mir ein wenig und roch auch am feinen Leder der Schuhe. Er spürte, das mir diese Schuhe viel bedeuteten. Unbewusst drängelte ich wohl ein wenig auf seine Antwort. Doch unbeirrt prüfte er weiter. Schaute hier und da, dort und drüben , setzte den Schuh auf den “Amboss” und unterzog ihn einer genaueren Analyse
Derweil kam ich zur Ruhe und schaute mich, ganz neugierig geworden, in seiner Werkstätte um. Da wurde mir bewusst, das es hier zwar nach Gummi und Leim roch, das aber auch altes Werkzeug und feines italienisches Leder, Sehnen zum Sohlen nähen und andere Schnüre aufbewahrt und benutz werden
Das dieser Mann, weit über 75 sein musste und seiner Leidenschaft wie leidenschaftlichen Arbeit nachging.
Ich bemerkte ein sehr eindeutiges Schuhpaar besonders feinen Nappawildleders. Er bemerkte, dass ich ein Glänzen in den Augen erhielt, bereitet mir solches doch einen grossen Genuss. Sei es das Betrachten an sich oder weil eine Lady dieses Schuhwerk trägt und dieses vom (bisherigen) Leben der Trägerin durchaus erzählen vermag.

Der alte Mann und ich schmunzelten uns beide an, ich glaube es wurde beiden warm ums Herz. Doch den Blick auf meine Schuhe gerichtet, konnte er die Sohlen meiner Herrenschuhe selbst mit seinem ehrwürdigen Werkzeug und seiner Erfahrung nicht mehr reparieren, zumindest nicht in einem vernünftigen preislichen Rahmen.

Beim Abschied gab er mir seine knorrige alte Hand die so weich und doch noch immer wie früher von einer immensen Kraft zeugte, so dass wir verstanden weil wir eine ähnliche Leidenschaft pflegen.

Das er mir dabei ohne viele Worte beinahe liebevoll zeigte, dass Geduld und das Lesen dessen was vor uns liegt, dass “Patienza” (ital.) selbst in unserer stressigen Zeit wahrlich wundervolle, Leben lehrende Augenblicke bereithält.

In diesem Sinne

Freue ich mich auf so viele kommende Stunden während der Seilschaften sls auch der Workshopreihen bei S56

Mino

Dragonrope

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